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Geschichte der Toten – Die Gewinner

Vor einiger Zeit veröffentlichte Zenimax ein Bild auf dem Skelette an einem Tisch zu sehen sind. Offenbar wurden die Leute dort vor langer Zeit überfallen und ausgeraubt. Die Zerstörung ist überall zu sehen.

Geschichte der Toten – Die Gewinner

Zu diesem Bild hat Zenimax dazu aufgerufen eine kurze Geschichte zu schreiben. Als Gewinn gab es Gutscheine für den Bethesda-Shop und ESO T-Shirts. Nun wurden die Gewinner bekannt gegeben die wir Euch nicht vorenthalten möchten.

Geschichte der Toten - Die Gewinner

Dies war übrigens das Bild um das es sich handelt. Die Geschichten sind allesamt nicht besonders lang und durchaus lesenswert. Also lehnt Euch zurück und nehmt Euch die Zeit dafür.

TESO MitarbeiterZenimax on Geschichte der Toten (Quelle)

UNBENANNTER TEXT

Von SomeElf

„Also das hier ist eine meiner Lieblingsgeschichten.“ Der Sapiarch der Schriften hielt inne und die Schar ihm folgender Studenten wurde langsamer und stellte sich in einem Halbkreis um ihn herum auf. „Es ist ein kleines Politikum, was ihm aber keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil.“

Es war die größte der vielen Szenerien, die an jenem Tag im inneren Hof der Akademie von Schimmerheim ausgestellt wurden. Der gepflegte Rasen und die mosaikenen Wege, die das Herz dieser berühmten altmerischen Lehranstalt belebten, waren vollständig mit avantgardistischen Skulpturen zugestellt. Obschon zum Wohle aller gedacht, war niemand versessener darauf von der Ausstellung zu profitieren, als die Kunststudenten der Akademie.

Ihr Lehrer stand mit hinter dem Rücken verschränkten Händen einen Moment lang still da und gestattete es den jüngeren Mer somit, um das gigantische Tableau herumzugehen. Es war überaus elaboriert: echte Erde vom tamrielischen Festland, die nach Sommersend gebracht worden war, durch Magie ins Leben gerufene Vegetation und wenngleich es in Wirklichkeit auf Metallrahmen gespanntes Leinen war, überaus überzeugende Felsen und Klippen.

„Nun“, kam die unausweichliche Frage, „Was sehen wir hier?“

„Feiernde Skelette, die angegriffen werden“, antwortete eine der Frauen in der Gruppe sofort. Ein gertenschlankes, junges Mädchen mit schwarzen Lippen. „Eindeutig menschlich. In Tamriel.“

„Was für Menschen?“ Der Sapiarch der Schriften wippte auf seinen Hacken zurück und sein Blick wanderte von Gesicht zu Gesicht als keine Antwort kam. Er war eine Verkörperung seines Fachs. Von der präzisen Länge des Saums seiner Robe über den kunstvollen Knoten seiner Schärpe bis hin zu seinem faszinierenden Haarschmuck. Sein Lächeln war angespannt und kalt wie der Winter. „Was ist das für ein Symbol auf der Tasche?“

„Eine Waldlilie im bretonischen Stil“, wagte sich ein junger Mann hervor und starrte auf den zerschlissenen Behälter.

„Eine Triskel“, korrigierte ihn der Sapiarch, „aber mit dem bretonisch lagt Ihr richtig. Was sehen wir noch? Nur zu, kommt ruhig näher.“

„Sie haben offensichtlich gerade ein Mahl zu sich genommen, nur kurz vor dem Angriff“, bemerkte eine andere junge Frau, als sie sich vorsichtig über den Tisch beugte, um keins der Objekte zu berühren. „Die Kerzen weisen darauf hin. Warum Skelette und keine Leichen?“

„Gründe praktischer und allegorischer Natur, meine Liebe“, antwortete der Lehrer gebieterisch. „Leichen vergehen auf unangenehme Weise. Aber noch wichtiger, man sieht, dass ihr Tod schon feststand, selbst als sie aßen. Welche Bedeutung hat der Käse?“

Die Studentin kniff sich in ihre lange, goldene Nase. „Ein Symbol für den Wahnsinn?“

„Präzise. Skelette, Mer-Pfeile, Käse. Tod, vorbestimmt durch den Wahnsinn, sich dem Dominion entgegenzustellen.“ Der Sapiarch kam gerade richtig in Fahrt. „Wofür die Pfeile? Distanz. Der Tod aus der Ferne, der Tod von den Inseln, Tod, der die Hände nicht beschmutzt. Die Szene zeigt ein Chaos, aber sie wurde mit größter Sorgfalt und mit Hilfe von Telekinese und einem Meisterschützen gestellt. Das Fingieren von Chaos mit Hilfe geordneter Techniken fügt eine weitere semiotische Ebene in …“

„Aber ist es denn richtig?“, unterbrach ihn die Studentin mit schwarzen Lippen. Die anderen Altmer blickten alle in andere Richtungen, sodass niemand behaupten konnte, sie würden diese Anmaßung unterstützen. Und dennoch fuhr sie fort. „Die Knochen einfach so zu nutzen, für ein Kunstwerk?“

Der Sapiarch der Schriften betrachtete sie mit Mitleid. „Ich fürchte, Ihr werdet dann das Nächste verabscheuen.“

EIN SCHLECHTER MORNDAS

Von Michael Marks

Es war ein Morndas, der wie jeder andere Tag begann. Ich stand wieder direkt inmitten des Schauplatzes eines Verbrechens und blickte auf einen toten Körper. Ich hatte einen gewaltigen Brummschädel und es verlangte mir nach Kaffee.

Mein Name ist Thorsson, Lars Thorsson. Ich bin Mitglied der Stadtwache … nun, das war ich zumindest, aber dann bekam ich einen Pfeil ins Knie. Aber das ist eine andere Geschichte. Jetzt lasse ich mich anheuern. Als Problemlöser.

Ich schüttelte meinen Kopf und achtete nicht besonders auf die Details. Skooma, irgendwas mit bösen Katzen, die bösen Zucker horten. Ich rieb an meiner linken Schläfe, der Schmerz war stechend, wie ein Dorn in meinem Schädel. Ich hätte für etwas Wolfsauge töten können, aber hier war nichts als ein paar Grashalme. Ich setzte einen finsteren Blick auf. Konzentration auf die Feinheiten …

Das Lager war leer. Die Typen haben ihren Zucker wahrscheinlich in irgendeiner nahen Höhle gekocht. Sie hätten es nicht so öffentlich riskiert. Das war nur eine der hundert kleinen Stellen, wo man sich gegenseitig diskret etwas zuschieben konnte. Spuren klebrigen Zuckers hingen noch am zerschlagenen Holzfass. Der Käufer schnappt sich die Ware und hinterlässt das Gold. Man musste keine Spürnase sein, um zu wissen, dass das Emblem auf dem grünen Seidenbeutel das Siegel des Rethan-Bestands trug, Riftens größter Bank, die nebenbei auch das Geld für die Reichen und Berüchtigten wusch.

Aber irgendetwas ging schief. Ich kniff meine Augen zusammen. Toter Nummer 1 lag auf seinem Rücken. Da hatte jemand mächtig Eindruck hinterlassen, mit einem Pfeil in jeder Augenhöhle. Elegante Pfeilführung; ich weiß das, bin ich doch selbst geübt im Umgang mit einem Bogen. Vielleicht war es die Dunkle Bruderschaft. Diese verstohlenen kleinen Schattenspringer sind mir nicht geheuer. Man ist ganz alleine und dann ein Zwinkern und eine Rauchwolke später hat man ein paar Pfeile in der Rübe.

Toter Nummer 2 musste auch nicht länger leiden. Er hatte keine Gelegenheit, aus seinem Stuhl aufzustehen. Irgendwas an dem Körper kam mir bekannt vor, aber ich kam einfach nicht darauf. Es waren nur noch Knochen; Muskeln, Haut und Kleidung verrottet. Aber die Pose war eher zwanglos, übermütig, fast so, als hätte er zum toten Grom hinübergeblickt …

Mein Blick wandte sich der Leiche am Boden zu. Woher ich wusste, dass sein Name Grom war? Ein Durcheinander an Bildern schoss mir durch den Verstand. Groms Gesicht, als er sich mir zuwandte und sah, wie ich an einem Pfeil entlang auf ihn hinab blickte. Ich musste grinsen, als ich ihn erschoss, meinen Partner. Ins Reich des Vergessens mit Grom und den Khajiit, dachte ich mir, ich hatte das Skooma und das Gold. Ich erinnere mich, als ich mich einen Augenblick hinsetzte, um den Augenblick zu genießen, genau do…

Meine Augen blickten erneut auf den zweiten Leichnam und der Schmerz in meinem Kopf kam erneut über mich. Ich habe genau da gesessen.

Panik überkam mich, als ich mich an den kaum erkennbaren katzenhaften Schatten zu meiner Linken erinnerte, als mich etwas am Kopf traf. Die verdammten Katzen hatten ihren eigenen Problemlöser. Ich hob meine Hand und das Licht des Morgens durchdrang die transparenten Finger.

Es war ein Morndas, genau wie jeder andere Tag der letzten grob zwanzig Jahre, als ich bemerkte, dass der Körper, auf den ich blickte, mein eigener war.

UNBENANNTER TEXT

Von Maddrax

Die Schatten vor dem Felsen wurden immer länger und als die Sonne endgültig hinter dem Horizont verschwand, bewegten sich die Knochen auf der Lichtung. Esher, ein Skelett, welches an einem Felsen lehnte, streckte sich, gähnte und kratzte sich an der Stelle, wo gewöhnlich das linke Ohr saß, jetzt aber ein Pfeil steckte. Seitdem er durch diesen Pfeil sein Leben ließ, das war nun fast fünf Jahre her, juckte es dort bei jeder Dämmerung entsetzlich.
„Ich fasse es nicht“, entfuhr es ihm.

Uther, sein Kompagnon aus alten Tagen und anscheinend auch über den Tod hinaus, fragte krächzend: „Was ist denn?“ Als Esher nicht antwortete, fragte er lauter: „WAS IST DENN?“

„Du glaubst es nicht“, stammelte Esher und erhob sich.

„NUN SAG SCHON, WAS DU SIEHST!“ forderte Uther ungeduldig. Er dachte fast immer daran, dass Esher mit nur einem ‚gesunden Ohr‘ schlecht verstand, aber, dass er, mit zwei Pfeilen in den knochigen Augenhöhlen überhaupt nichts sehen konnte, wurde von Esher regelmäßig ignoriert. Das ärgerte ihn seit dem schicksalhaften Tag, als beide in dem Pfeilhagel umkamen. „WAS SIEHST DU?“ fragte er erneut.

Esher starrte auf den Tisch, an dem sie beide damals saßen, als sie starben. Gestern war der Tisch noch leer und verwaist, heute jedoch …

„Wie abgebrüht muss man denn sein, hier hat jemand gegessen!“ staunte Esher.
„Gegessen?“ Keine Antwort. Hätte Uther noch Augen gehabt, hätte er sie gerollt. So seufzte er nur und fragte wie so oft etwas lauter: „WIE GEGESSEN?“
„Naja ein Picknick halt. Offensichtlich ist jemand über uns gestiegen und hat hier ein Picknick gemacht!“ erklärte Esher.

„Ich will mich jetzt nicht als besonders furchteinflößend darstellen, aber das ist schon hart“, stellte Uther fest und erhob sich.

Das Skelett mit dem Pfeil im Ohr blieb die Antwort schuldig, stattdessen nahm es ein Stück Käse vom Tisch, biss ab und richtete die Weinflasche wieder auf, die neben einer Platte mit Früchten lag. Kauend merkte er an: „Ich glaube, *kau* sie wurden *mampf* gestört. Hier ist noch vieles unangetastet *schluck*.“ Ein Stück zerkauter Käse fiel zu Boden.

Uther hatte sich zum Tisch getastet, als er realisierte, dass Esher etwas aß. Sein Kopf drehte sich ruckartig in Eshers Richtung, die Pfeile in seinem Gesicht fegten die Flasche vom Tisch. „WAS ISST DU DENN OHNE MICH?“ entfuhr es ihm zornig, gefolgt von einem Klirren und dem Plätschern auslaufenden Weines.

Esher seufzte: „Käse, der wirklich toll zu dem Wein gepasst hätte. Weintraube gefällig?“ Er pflückte einen Strunk ab und warf ihn Uther zu, der ihn nur durch Zufall mit einem der Pfeile im Auge auffing, woraufhin die dunklen Weintrauben wie die Augenklappe eines Piraten aussahen. Esher musste kichern. „ WAS DENN?“ wunderte sich Uther.

Esher jedoch blieb die Antwort schuldig, denn schlagartig änderte sich die Szenerie; das letzte, was Uther hörte, war der erstaunt-erboste Satz: „Ich glaub es ja nicht! Da fressen zwei Skelette unser Abendessen!“ und das letzte, was Esher sah, war ein riesiger Feuerball, der ihre Existenz diesmal endgültig beendete.

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