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Aus dem Archiv der Gelehrten: Kleidsame Adelstracht

Im Rahmen der Elder Scrolls Online Serie Aus dem Archiv der Gelehrten gibt es einen neuen Blog-Artikel zum Thema Kleidsame Adelstracht. Folgend findet Ihr weitere Informationen dazu.

Archiv der Gelehrten – Kleidsame Adelstracht

Auch dieses mal ist die Ausgabe von Archiv der Gelehrten in zwei verschiedene Abschnitte eingeteilt. So gibt es zuerst wieder ein bisschen Geschichte und im Anschluss werden einige Fragen aus der Community beantwortet.

TESO MitarbeiterZenimax on Aus dem Archiv der Gelehrten (Quelle)

SCHNEIDER: GRUNDLAGEN DER LEICHTEN RÜSTUNG

Von Fürstin Eloisse, Fünfte Gräfin Manteau

Hier in Windburg sind wir dafür bekannt, die edelste leichte Rüstung von ganz Hochfels herzustellen, so elegant und doch so robust und zuverlässig. Lasst mich Euch ein wenig mehr darüber erzählen, wie wir diese Meisterwerke erschaffen.

(Mit „wir“ meine ich natürlich die ansässigen Schneiderfamilien: die Raiments, die Garments und die Habiliments. Die sind für die tatsächliche körperliche Arbeit zuständig, natürlich unter meiner adligen und fähigen Aufsicht.)

Leichte Rüstung besteht vollständig aus Stoff, mit Ausnahme von bestimmten strukturellen Verstärkungen aus Knochen, Horn oder Knorpel. Obwohl die obere Schicht einer Weste oder Hose der Zierde wegen aus Seide oder Damast bestehen kann, solltet Ihr wissen, dass sich darunter mehrere Schichten widerstandsfähiger und robuster Stoffe wie Kambrik oder Sackleinen befinden. Diese Schichten werden oft noch gepolstert, um die Wucht eines Schlages besser abfangen zu können.

FÜRSTIN ELOISSE BEANTWORTET EURE FRAGEN:

„Seid gegrüßt, Fürstin Eloisse,

die wunderschöne und beeindruckende Garderobe einer feinen Dame erregte schon immer meine Aufmerksamkeit. Ich selbst besitze eine gewisse Anzahl solcher Kleidungsstücke, stecke aber in einer kleinen Zwickmühle. Bald findet ein Ball statt, zu dem ich gehen muss, und ich möchte mich entsprechend kleiden, doch ich weiß ganz einfach nicht, welches meiner umwerfenden Gewänder ich tragen soll. Ich hatte mir etwas in Richtung Prinzessinnenstil vorgestellt, das heißt je ausladender und bauschiger der Rock, desto besser! Könntet Ihr mir vielleicht einen Vorschlag machen, was für eine Art Kleid ich wählen sollte?

Und gibt es eigentlich bestimmte Eigenschaften bei den jeweiligen Adelsgewändern einzelner Völker? Bretonen zum Beispiel sind bekannt für einen eher konservativen Stil, während Hochelfen ihre Entwürfe häufig reich verzieren.

Hochachtungsvoll, Alena-Draco, Hauptpaladina und Matriarchin des Hauses Draco“

Fürstin Eloisse sagt: „Was Ihr benötigt, liebe Alena, sind mehrere Lagen! Reifröcke und Tüllröcke werden für den reichen und ausladenden ‚Bauscheffekt‘ sorgen, nach dem jeder Ballsaal verlangt. Und ich glaube, genau das werdet Ihr in den Entwürfen für die hochwertigen Abendkleider aus dem Hause Manteau finden, wie Ihr sie in der Skizze unten sehen könnt. In Hochfels dreht sich dieses Jahr alles um mehrere Lagen, ob gekräuselt, geknittert und gerüscht oder stufig geschnitten, gerafft und versteift. Einen Reifrock dazu und noch einen Unterrock und ich wette, Ihr werdet das Ergebnis lieben.

Wie Ihr schon richtig sagt, hat jede Kultur ihren ganz eigenen Stil, doch im Hause Manteau möchten wir nicht zu dogmatisch auf dem bretonischen Stil bestehen. Wir lassen uns ein wenig hiervon und ein bisschen davon inspirieren, versuchen die Stile zu kombinieren und sind oft überrascht, wie unerwartet gut dieses Vermischen und Zusammenfügen funktionieren kann. Waldelfen-Geweihe auf Dunmer-Schulterpolstern? Warum nicht?“

„Wunderschöne Fürstin Eloisse,

auf meinen Reisen nach Morrowind bin ich einem Händler, Sadril Radveso, begegnet, der mir viele erstaunliche und wunderschöne Sachen feilbot – Teppiche, Perücken, Stoffe, Kleider. Einige davon waren sogar aus Seide. Das Angebot schien mir sehr exotisch und erlesen und ich fragte ihn, woher er seine Waren bezieht. Er erzählte mir, er habe diese von einem anderen Händler im Ausländischen Viertel der Stadt Vivec, der solche Waren wiederum von verschiedenen Handwerkern der Mer in den Aschlanden bezieht. Ganz fasziniert erstand ich einen kleinen, verzierten Rucksack für etwa 50 Draken und eine Flasche Brandy aus Cyrodiil. In der Tat sind meine Kollegen neidisch, da er selbst für einen Adeligen sehr hochwertig aussieht!

Deshalb wollte ich Euch fragen, woraus sie solche Waren herstellen? Irgendeine Mottenspezies aus Vvardenfell oder vielleicht eine Seidenspinne? Ich wäre sehr dankbar für Eure Antwort, meine Fürstin.
Euer ergebener Diener,
Scintius Aravellus Abarbus der Gewitzte, Apotheke der Heiligen Alessia“

Fürstin Eloisse sagt: „Das war ein Glücksfund! Seide stammt aus vielen verschiedenen Quellen in ganz Tamriel, doch nur wenige können sich mit der Spinnenseide aus Morrowind messen. Nur wenige, die nicht im Stoffgeschäft tätig sind, wissen, dass es sie in verschiedenen Qualitäten gibt, welche die Schneider der Dunkelelfen ‚Schimmer‘, ‚Azuras Hauch‘ und ‚kreuzgesponnen‘ nennen. Schimmer, die am weitesten verbreitete, ist der feine, sich kräuselnde Stoff, den Ihr an den unten dargestellten Röcken sehen könnt. Azuras Hauch ist sogar noch leichter, so fein, dass sie oft durchscheinend, aber nicht weniger stark und strapazierfähig als Schimmer ist. Zudem ist diese Seidenart besonders empfänglich für Verzauberungen und wird oft für Zauberkleidung als magicka-durchdrungene Stoffart eingesetzt. Kreuzgesponnenes hingegen ist so dicht und undurchlässig, dass man sagt, es könne Messerklingen abwenden – und behält dennoch die für Seide so typische weiche Dehnbarkeit. Ein kreuzgesponnenes Gewand bietet ein gewisses Maß an Schutz, ohne dass sein Träger Einbußen in der äußeren Erscheinung hinnehmen müsste!“

„Grüße, Sterbliche,
ich habe festgestellt, dass in letzter Zeit viele Sterbliche in meiner Heimatebene Kalthafen in einem merkwürdigen Aufzug umherstreifen, der an verzierte Stoffgewänder erinnert, die mir im Kampf nur wenig bis überhaupt keinen Schutz zu bieten scheinen. Doch nicht nur Zauberwirkende tragen diese ungewöhnliche Kleidung. Ich sah Sterbliche aller Kasten mit diesen angetan in die Schlacht ziehen. Die wenigen Seelenberaubten, die ich zu diesem sonderbaren Kleidungsstil befragte, erzählten mir, diese Gewänder nenne man tatsächlich ‚Kleider‘, die vor allem von sterblichen ‚Adeligen‘ getragen werden. Doch keiner von ihnen konnte mir beantworten, weshalb sterbliche Krieger sich freiwillig bereiterklären würden, solch ungeeignete Rüstung zu tragen! Meine Frage besteht also aus drei Fragen!
Erstens: Weshalb sollte ein Sterblicher diese ‚Kleider‘ im Kampf tragen?
Zweitens: Welche Vorteile mögen diese im Vergleich zu einer ordentlichen Stoffrüstung, wie einer Robe, haben?
Drittens: Wo würde man ein ‚Kleid‘ von angemessenem Stil und angemessener Größe für einen Kynaz von meinem Stand finden?
Antwortet schnell, Sterbliche! Meine Zeit ist unbegrenzt, doch meine Geduld nicht!
– Diraxion, Kynvogt vom Klan Todesbringer“

Fürstin Eloisse sagt, „Gewiss wird sich ein Daedra nicht von Äußerlichkeiten blenden lassen! Es gibt keinen Grund, weshalb praktische Kampfausrüstung nicht verziert und dem Auge schmeichelnd – oder gar filigran und ansehnlich – sein sollte! Im Ernst, wie Ihr Dremora auf alles Stacheln und Gurte setzt, da frage ich mich zuweilen, wie Ihr solch eine Gewandung anlegen könnt, ohne Euch dabei zu verletzen. Muss immer alles so … wie lautete gleich die Bezeichnung, welche die Unerschrockenen gebrauchten … so ‚krass‘ aussehen? Denkt etwas beschwingter! Denkt an fließende Stoffe! Denkt farbenfroh!

Und im Namen Dibellas, nehmt nicht an, dass, nur weil ein Krieger etwas trägt, das aussieht wie ein Hochzeitskleid, dieser Kämpfer nicht vollständig geschützt ist! Unter der Krinoline verbergen sich wahrscheinlich mehrere Lagen robusten Materials, das so gehärtet wurde, dass es einen Pfeil abprallen lassen könnte. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit magischer Verstärkungen!

Kynvogt, werft einen Blick auf die Modeentwürfe weiter unten. Es handelt sich dabei um Damenmode, die von ein paar unserer neuen Freunde in Orsinium gestaltet wurden. Und nun stellt Euch Euch in einem dieser prächtigen Kleider vor, das vielleicht eine Rüstung verbirgt. Würden die anderen Dremora nicht vor Neid erblassen? Ganz zu schweigen von dem Jubel, der durch Euer sonst so trostloses Reich Kalthafen hallen würde. Denkt darüber nach!“

„Beste Grüße, Fürstin Eloisse!

Ich, nun ja, möchte die Schuppen der Entschuldigung zeigen, da ich mich heute Morgen aus Versehen unmittelbar in Eure Privatgemächer teleportiert habe. Heutzutage ist es schwer, an eine gute Zutatenliste für ein verlässliches Portal zu kommen, kann ich Euch sagen, und ich hoffe, Ihr vergebt mir das. Aber lasst mich zu dem Grund kommen, weshalb ich gebeten hatte, Euch zu treffen: Ich habe drei Fragen, die sich mit einem Thema befassen, von dem ich wenig, wenn nicht gar überhaupt nichts weiß: tamrielische Kleidung. Ich glaube, Ihr seid genau die Richtige, die mir diese beantworten kann. Sollen wir beginnen?

Meine erste Frage bezieht sich auf die Nibenesen und ihre legendären Tätowierstuben. Bei den Nibenesen gelten Tattoos als anständig, ehrenhaft und als physische Zurschaustellung der inneren Stärken und Emotionen ihres Trägers. Einige nibenesische Subkulturen verleihen ihnen gar einen spirituellen Sinn. Für die Nibenesen sind Tattoos Teil ihrer Kleidung – Kleidung, die aus Tinte anstatt Seide oder Wolle hergestellt wurde. Wie ist eure Meinung zu dieser Praktik, meine Fürstin, und weshalb, glaubt Ihr, ist sie bei den Colovianern nicht so sehr verbreitet wie bei deren Brüdern aus dem Osten?

Zu meiner zweiten Frage: Ich bin während meiner Reisen durch Sutch vor kurzem einem Mitglied der Magiergilde namens Octavius Mede begegnet, der mich überredete, von ihm ein paar Kleidungsstücke zu erwerben, die seine Schwester zu Hause angefertigt hatte. Als ich ihn nach der Qualität des Stoffes fragte, entgegnete er mir, die besten Kleider seien immer aus ‚von Magierhand hergestellter, verstärkter Seide mit mehreren Lagen weicher und das Knittern vermeidender Verzauberungen‘, die in sie eingewoben wurden; und dass diese den besten Schutz böten. Die Vorstellung von Zauberschneidern und Hexennäherinnen finde ich sehr verlockend und frage mich, ob Adeligen geraten wird, magische Kleidung zu tragen. Falls dem so ist, erklärte dies, weshalb ich nie einen Mann oder eine Frau von Bedeutung gesehen habe, die zerknitterte Kleidung getragen hätten!

Und bezüglich meiner letzten Frage: Ich wüsste gern, was es mit dem auffälligen Fehlen von Umhängen in den Provinzen auf sich hat. Als ich zu Beginn der Zweiten Ära ein junger Schlüpfling war, nach meiner Versklavung an die Dunkelelfen aus der Tränenstadt, erklärte mein Dres-Meister mir einst, Umhänge wären ein Zeichen des Adels und der Anmut innerhalb Kulturen, die höher stehen als meine eigene ‚primitive Zivilisation‘, nachdem ich den seinen versehentlich beschmutzt hatte. Seitdem faszinierten mich Umhänge und ich strebte an, mir selbst einen schneidern zu lassen, angetan mit den Symbolen meiner Heimatprovinz, meines Stammes und meines Dorfes. Und als ich schließlich Gelehrter in Cyrodiil wurde, tat ich genau dies. Stellt euch nur vor, wie hoch erfreut ich war, als ich Umhänge mit nibenesischer, colovianischer, yokudanischer und selbst akavirischer Heraldik erblickte! Mit den Jahren stellte ich jedoch fest, dass Umhänge aus der Mode gekommen zu sein schienen und war verblüfft, als ein Druadach mich anwies, meine ‚überdimensionierte Serviette‘ zwischen meinen Schultern abzunehmen. Könnt Ihr mich bitte aufklären, weshalb Umhänge in Tamriel weniger wichtig geworden sind als früher, denn seit diesem Tage habe ich den meinen nicht mehr getragen und wünsche nicht, mich erneut öffentlich zu demütigen.

– Eis Vuur, Hüter, freischaffender Gelehrter

Fürstin Eloisse sagt, „Ah, Tattoos – welch umstrittenes Thema in unserem Berufsstand! Unterstreichen sie das Erscheinungsbild ihres Trägers mit einem persönlichen Ausdruck der Individualität oder machen sie die Möglichkeit ihres Trägers zunichte, sich neuen Situationen oder Umständen auch im Erscheinungsbild anzupassen? Dies ist eine persönliche Entscheidung, doch einige Kulturen neigen eher zu Tätowierungen als andere – darunter auch, wie Ihr richtig dargestellt habt, die Nibenesen. Das kultivierte Volk des Nibentals, im Gegensatz zu, sagen wir, den wilderen Waldelfen oder Reikmannen, bevorzugt subtilere, wenn nicht gar dezente Tattoos. Sie künden oft von der Zugehörigkeit ihres Trägers zu einem Kult, einer Lebensart oder einer politischen Fraktion, wodurch sich die Mitglieder solcher Gruppen schnell und leicht untereinander erkennen.

Euer Freund Octavius Mede hat euch falsch informiert. Zauberschneidern ist eine uralte Kunst und einfache Schutzzauber wurden schon seit jeher in Gewänder gewoben. Diese Kunst erreichte wohl ihre Blütezeit zu Anfang und Mitte der Ersten Ära, als man sagte, die Kaiserin Hestra trage ein Staatsgewand, das magisch durchdrungen war, um abholde Zauber abzuwehren, Ermüdung vorzubeugen und nach Wunsch gar die Schwerkraft außer Kraft zu setzen! Obschon wir über solche Fähigkeiten heutzutage nicht verfügen, besteht diese Kunst weiterhin, und die meisten Edelleute zählen ein oder zwei zaubergewobene Stücke zu ihrer Garderobe.

Bezüglich Umhängen – die sind ja SO fünftes Jahrhundert. Das Haus Manteau hat sich einen Namen mit dem Schneidern der Umhänge für König Joile und seinen Hofstaat gemacht, doch ich glaube nicht, dass in den letzten fünfzig Jahren, wenn nicht als Kostüm für eine Bühnenaufführung, bei uns ein Umhang nachgefragt worden wäre. Man müsste schon besonders exzentrisch sein, wenn man etwas Altmodisches wie einen Mantel im Jahre 582 der Zweiten Ära tragen wollte! Ihr seid ein Argonier, also schaut Euch doch einmal die Modelle der neuesten Mode aus Gideon an. Würdet Ihr ernsthaft wollen, dass sie – und ihre Garderobe – von muffigen alten Radmänteln und Umhängen verdeckt wird? Natürlich nicht!“

„Seid gegrüßt, Fürstin Eloisse,

ich bin Hundorian und in mehreren Jahren der Suche habe ich verschiedene Kleider angesammelt. Das bequemste, das ich auch im Augenblick trage, ist das Adelskleid. Ich trage es jeden Tag, bei jeder Aufgabe, die ich erledige, sei es Graben, Pflanzenpflege, Pflanzenverzehren oder auch mal versehentlich Steineverschlucken – und es passt perfekt. Das Problem, das ich habe, ist allerdings, dass ich immer Schwierigkeiten habe, es auszuziehen, wenn ich mir den Schmutz bei einem Bade abwaschen möchte. Letztens brauchte ich sogar Hilfe, weil mir nicht klar gewesen war, dass man das Kleid hochheben und die Schnüre im Rücken aufbinden muss, um es ausziehen zu können. Letztendlich hatte ich dann nach dem Ringkampf mit dem Kleid mein Bad genommen und es wieder angezogen, als ich fertig war. Ich würde gern wissen, ob es eine einfachere Art gibt, das Kleid auszuziehen, und auch, wer es geschneidert hat? Nur sehr ungern würde ich ein weiteres steh– ich meine, ausleihen wollen. Oh und bevor ich es vergesse: Könnten die Löcher in dem Kleid etwas großzügiger ausfallen? Ich bleibe immer mit meinem Schwanz hängen, wenn ich versuche mich hineinzuzwängen. Möge der Schmutz Euch leiten und bitte setzt den Beutel mit Schmutz, den ich euch mitgeschickt habe, weise ein.

– Hundorian, Fürst des Schmutzes“

Fürstin Eloisse sagt: „Bei Dibellas Wangen, ich hoffe, das Kleid, dass solch einer Behandlung unterzogen wird, stammt nicht aus der Kollektion des Hauses Manteau! In der Tat ist es so, dass, je edler die Garderobe, desto komplizierter sein Aufbau und desto wahrscheinlicher ist es, dass man Unterstützung beim An- und Auskleiden benötigt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich Clarisse Laurents Leibdiener Stibbons seine erste Lektion darin erteilte, wie man einer Dame in ihr Mieder – und wieder aus ihm heraus – hilft. Wie rot er geworden ist!

Das Anpassen an einen Schwanz ist selbst für den erfahrensten Couturier ein heikles Unterfangen. Die meisten versuchen es deshalb nicht einmal! Mein bester Rat an Euch, mein katzenhafter Freund, ist, Euch an Kleidung zu halten, die von Khajiit für Khajiit entworfen wurde. Schaut nur, wie selbstverständlich sie das Schwanzproblem lösen. Vertraut den Experten!“

„Anmutigste Fürstin Eloisse,

Ihr müsst wissen, dass ich hocherfreut bin, Euch zurückschreiben zu können, nachdem Ihr so freundlich dafür gesorgt habt, dass das Abendkleid für meine Schwester fertiggestellt wurde – überaus liebenswürdig von Euch! Ich muss sagen, die Stickereien und die Detailverliebtheit sind so unfassbar verblüffend, ganz zu schweigen von den lavendelfarbenen Akzenten an den Ärmeln. Der Schnitt, das Material, einfach alles ist fabelhaft, liebste Fürstin. Nehmt unsere von Herzen kommende Dankbarkeit in Form dieser Flasche Himbeerweins an, den mein Vater, Fürst Gaspard, für euch ausgesucht hat. Ich denke, er wird Euch schon bald besuchen, um die Dienste Eures Herrenausstatters in Anspruch zu nehmen. Auf jeden Fall waren einige auswärtige Würdenträger am Hofe nicht sonderlich beeindruckt von der verblüffenden bretonischen Mode, in der das Kleid meiner Schwester gehalten ist, und gingen gar so weit, es zu verlachen! Könnt Ihr Euch das vorstellen?! Unser Kleidungsstil verglichen mit der langweiligen Mode der Altmer, Rothwardonen und selbst der Kaiserlichen! Sie meinten, es wäre bestenfalls ‚hübsch‘ und ‚nett anzusehen‘. Absurd! Sagt mir, liebe Fürstin, wie würdet Ihr unsere bretonische Mode im Vergleich mit dem Stil anderer Völker einschätzen? Sicher werdet Ihr doch zustimmen, dass wir die modischsten Menschen ganz Tamriels sind, nicht wahr?

Hochachtungsvoll,
Großverzauberin Etienne Dumonte von der Magiergilde in Wegesruh“

Fürstin Eloisse sagt: „Ich halte es für vollkommen unstrittig, dass die Damenschneider und Herrenausstatter von Hochfels die feinsinnigsten und erfahrensten Schneider Tamriels sind. Die Häme über das elegante Kleid Eurer Schwester ist das immer gleiche auf Neid und Ignoranz beruhende Genörgel, mit dem wir hier im Hause Manteau nur allzu vertraut sind. Diese ‚auswärtigen Würdenträger‘, nun … handelte es sich bei ihnen um Orks? Sie waren doch Orks, nicht wahr? Ganz typisch. Das ist nun einmal die Welt, in der wir leben.

Andererseits … schaut Euch die neuesten Angebote von Sar’aq aus Schildwacht an, die weiter unten vorgeführt werden. Sie zeigen traditionellen Alik’r-Prunk, der aber doch eine neu entdeckte Zurückhaltung übt, die ich dem interkulturellen Einfluss aus Hochfels auf die Entwürfe unserer Verbündeten im Süden zuschreiben muss. Vortrefflich, denkt Ihr nicht auch? Und dennoch durch und durch modern – nicht im entferntesten ‚hübsch‘.“

„Fürstin Eloisse,
dieser zeigt Euch die Schuppen des Grußes. Als aufrechter argonischer Zauberer und Erhalter der Gebräuche ist es mir wichtig, Roben zu tragen, um nicht nur den eigenen Beruf zu repräsentieren, sondern auch um sicherzustellen, dass die ländliche Bevölkerung weiß, nicht zu nahe heranzutreten, weil sie Angst hat, in eine Kröte oder eine andere tierische Aufwertung ihrer Existenz verwandelt zu werden. Allerdings habe ich bereits viele unterschiedliche Stile anprobiert und die bretonischen Roben scheinen nicht nur einen Beutel für das eigene Gold zu besitzen, sondern auch diese absurden Hüftlappen wegzulassen. Könnt Ihr mir erklären, warum die anderen Stile nicht dem bretonischen Beispiel folgen und diese Hüftlappen weglassen, die ohnehin nichts tun als nur nerviger Weise herumzuwedeln. Ein Mensch dachte sogar, dieser Argonier wäre ein Narr, und behauptete, das wäre Rüstung, um die Hüfte zu schützen. Nachdem ich schon zahlreiche Schlachten überstanden habe, kann ich Euch versichern, dass ich noch nie erlebt habe, wie jemand versucht hat, mich durch einen Stich in meine Hüfte zu töten.
Ash-Tal, argonischer Zauberer“

Fürstin Eloisse sagt: „Um ehrlich zu sein, was Ihr da als ‚Hüftlappen‘ bezeichnet, sind eigentlich sogenannte ‚Tassetten‘. Sie dienen in der Tat dem Schutz der Hüften und Oberschenkel. Und ich muss zustimmen. Übertrieben große Tassetten sehen einfach absurd aus und ruinieren die Körperlinien von ansonsten erlesenster Rüstung. Und der Unsinn mit den erweiterten, falschen Tassetten an Zivilkleidung, wie man sie aktuell bei der möchtegern-kleidsamen Jugend der größeren Städte erleben kann, zeugen einfach nur von schlechtem Geschmack. Es ist kein Wunder, dass gehobenere Tavernen und Gasthäuser mittlerweile begonnen haben es abzulehnen, dermaßen gekleidete ‚Banausen‘ zu bedienen. Wer kann es ihnen schon übelnehmen?

Ein kaum bekanntes Detail: Taschen für Männerkleidung werden mittlerweile in ganz Hochfels gefertigt. Sie wurden aber tatsächlich von den Nord erfunden! Die Bewohner Himmelsrands sorgen sich natürlich um ihre Hüftflaschen voller Met, aber außen befestigte Flaschenhalter sind einfach viel zu offen für die Langfinger von Taschendieben, besonders wenn einer gerade wieder ‚zu tief in seinen Becher schaut‘, wie die Nord sagen würden. Die Lösung: Innentaschen, geschickt gefertigt! Schaut Euch die Nord einmal an, die die erlesenen Waren von Jork, dem Schneiderthanen von Windhelm, tragen. Ich garantiere Euch, dass jeder einzelne dieser Burschen an seiner Hüfte oder in seinem Aufschlag eine Flasche verbirgt, aber könnt Ihr eine auf selbige hindeutende Beule erkennen? Nicht bei Jorks Schneiderkunst, nein, keinesfalls!“

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