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Aus dem Archiv der Gelehrten: Fragen an die Mottenschwester

Im Rahmen der Elder Scrolls Online Serie Aus dem Archiv der Gelehrten gibt es einen neuen Blog-Artikel zum Thema Fragen an die Mottenschwester. Folgend findet Ihr weitere Informationen dazu.

Archiv der Gelehrten – Fragen an die Mottenschwester

Auch dieses mal ist die Ausgabe von Archiv der Gelehrten in zwei verschiedene Abschnitte eingeteilt. So gibt es zuerst wieder ein bisschen Geschichte und im Anschluss werden einige Fragen aus der Community beantwortet.

TESO MitarbeiterZenimax on Fragen an die Mottenschwester (Quelle)

MOTTENSCHWESTER TERRAN ARMINUS BEANTWORTET EURE FRAGEN:

„Nach dem was ich gehört habe, ist das einzige, was in Bezug auf die Schriftrollen der Alten sicher ist, dass sie große Macht beinhalten und häufig für Prophezeiungen Verwendung finden. Aber man kommt nicht umhin, sich zu fragen, ob es jemals Ereignisse gab, die einer Schriftrolle der Alten widersprachen, ohne durch ein anderes Exemplar vorherbestimmt gewesen zu sein? Wenn doch, wie konnte ein solches Phänomen eintreten? Geschah es durch sterbliche Intervention? Göttliche Intervention? Falls so ein Ereignis jemals passiert ist, glaubt ihr, dass es so etwas wie echte Freiheit wirklich gibt? Oder sind wir alle nur Sklaven des Schicksals?“ – Von Drafo

Schwester Terran Arminus sagt: „Das ist eine gute Frage für den Anfang, da mir eine Antwort hier gleichzeitig erlaubt, einige Missverständnisse über die Schriftrollen der Alten auszuräumen. Solche sind recht gemein unter dem … äh … gemeinen Volk. Die Schriftrollen werden häufig als Werkzeug der Prophezeiung beschrieben und in der Tat werden sie mancherorts auch als die ‚aedrischen Prophezeiungen‘ bezeichnet, aber die Tatsache, dass die Schriftrollen von zukünftigen Ereignissen berichten, ist mehr ein Nebeneffekt ihrer eigentlichen Natur. Die Schriftrollen verkünden unsere Zukunft, weil sie in diese Zukunft verwoben sind – genauso wie auch in die Gegenwart, die Vergangenheit und jeden anderen Aspekt dieser Realität, die wir Mundus nennen. Es ist ein Fehler, davon auszugehen, dass die in den Schriften prophezeiten Ereignisse feststehend und unumstößlich sind; immer und immer wieder haben wir im Orden der Ahnenmotte miterlebt, wie sich die Prophezeiungen für die Zukunft durch die Taten Sterblicher änderten. Es mag wahrscheinlich – ja sogar so gut wie sicher – sein, dass von den Schriftrollen vorhergesagte zukünftige Ereignisse eintreten werden, aber kein Ereignis steht unveränderlich in den Schriften, solange es nicht bereits eingetreten ist.“

„Zunächst, Schwester, hoffe ich, dass es Euch gut geht. Ich verstehe, dass die Last als Mitglied des Mottenkults schwer sein muss. Als Linguist habe ich die Sprache des Reichs des Vergessens studiert. Ich habe selbst zahlreiche Kohleschraffuren von Dolmen angefertigt. Daher plagt mich naturgemäß eine Frage ganz besonders: Hat jemand Eures Ordens jemals versucht, von einer Schriftrolle der Alten abzuschreiben?“ – Von D’arht-si, Tochter der Ro’Wada.

Schwester Terran Arminus sagt: „D’arht-si, Eure Handschrift ist recht fein und für diese trüben Augen nur schwer leserlich. Wenn ich es vielleicht gegen die Wachskerze halte: ja, wie ist das? ‚Mast als Mitglied des Mottenkults‘? Ich verstehe nicht ganz. Welches Bild hat man denn mittlerweile vom Orden? Es gab immer schiefe Blicke, aber ich versichere Euch, dieses Gewand ist wirklich nur etwas großzügig geschnitten und …“

„Oh. Augenblick. ‚LAST als Mitglied des Mottenkults.‘ Ich muss mich entschuldigen, Tochter von Hammerfall. Nun, wir haben in diesen Tagen durchaus eine schwere Last zu tragen und diese zeigt sich auch in einer gewissen Reizbarkeit. Ich werde versuchen, Eure Frage so gut wie möglich zu beantworten.

Auch wenn jeder Novize des Ordens davor gewarnt wird, dass ein Versuch der Übertragung der Schriften nutzlos ist, so versucht es dennoch jeder von uns an irgendeinem Punkt, nur um herauszufinden, dass man beim wiederholten Lesen des Niedergeschriebenen nur irgendeinen Unsinn ohne Bedeutung verfasst hat. Die Worte der Schriftrollen der Alten müssen in Seele und Geist eindringen, um sie vernehmen zu können, indem man sich mit ihnen verbunden fühlt. Kalkül und Wahrnehmung genügen nicht.“

„An die hochverehrte Terran Arminus,
es scheint, als wären nicht einmal die Schriftrollen der Alten vor diesem verfluchten Konflikt sicher, da jede Fraktion versucht, sie für sich zu erobern. Die vertierten Legionen, die sie in ihren Besitz bringen, erhalten durch sie zahlreiche Segen für den Kampf. Aber sicher lässt sich das ausschließlich mit der guten Moral dieser Soldaten begründen, die sie gewinnen, wenn sie diese Bastion des Wissens entwürdigen, oder? Ich wage es nicht, mir vorzustellen, dass eben jene Schriftrollen diesen Profiteuren dienen, die unser Land verderben.“ – Von Querulus Praeco, Gelehrter im Exil

„Verehrte Schwester,
lasst mich zunächst mein Beileid zum Verlust mehrerer Ordensmitglieder bekunden. Ich habe gehört, dass diese während verschiedener Vorstöße der drei Allianzen in den Tempel getötet wurden, als dort mehrere Schriftrollen der Alten entwendet wurden. Nach diesem abscheulichen Diebstahl habe ich Gerüchte vernommen, laut derer sich Soldaten stärker oder widerstandsfähiger fühlten, was sie ganz allein den Schriftrollen zu verdanken hätten. Aber wie gewähren die Schriftrollen überhaupt solche Segen, insbesondere, wenn man bedenkt, dass nur Mitglieder des Ordens ihren Inhalt verstehen können?“ – Von Enodoc Dumnonii, Gelehrter der vereinten Erkunder schreiberlicher Vorgehen

Schwester Terran Arminus sagt: „Ich werde diese beiden Fragen zusammenfassen, da es wirklich zwei Seiten der gleichen Drake sind. Allerdings wird es eine kleine Prüfung meines Gemüts sein, denn nichts war bisher so ärgerlich wie die kürzlichen Inbesitznahmen der Schriftrollen der Alten durch die Militärs der Allianzen! Das macht mich so wütend … an manchen Tagen möchte ich ihnen einfach den Hals umdrehen. Ihr wisst schon … damit sie es verstehen. Soldaten!“

„Aber ich schweife ab. Als die Generäle und Legaten zum ersten Mal zu uns kamen und die Schriftrollen der Alten in Verwahrung nehmen wollten, haben wir dies abgelehnt. Es wäre unserer Ansicht nach völlig absurd zu glauben, dass der Besitz der Schriftrollen irgendwelche Vorteile gewähren würde, ob nun konkret oder zeitweilig. Sie haben sie trotzdem genommen und schon bald begannen sie damit, ihre militärischen Ergebnisse, ob nun gut oder schlecht, mit dem Verlust oder der Rückeroberung der Schriftrollen auf dem Schlachtfeld zu begründen. Die meisten von uns verspotteten solchen Irrglauben, aber ein Priester, Bruder Euclidius Bonum, entschied sich dazu, dem selbst nachzugehen. Er unterzog einen Monat der Kriegsgeschichte Cyrodiils einer ausführlichen Analyse: gewonnene und verlorene Schlachten, erbeutete und gestohlene Schriftrollen. Er fand heraus, dass es eine kleine, aber dennoch spürbare und eindeutige Korrelation zwischen militärischen Erfolgen und dem Besitz der Schriftrollen für die Truppen der Allianzen zu erkennen war.“

„Wie sollen wir das bewerten? Meine Katze weiß es nicht. Es scheint unmöglich, dass die Schriftrollen ihren Besitzern tatsächlich militärisch unter die Arme greifen könnten. Sie sind mächtige Artefakte, wahrscheinlich die mächtigsten von allen, aber ihre Macht ist passiv und beschreibend – nicht aktiv oder verordnend. Bruder Euclidius ist ein begnadeter Denker – das muss man ihm eingestehen – und theoretisiert, dass die Soldaten einer Armee, die in Besitz einer Schriftrolle der Alten ist, auf einer nicht wahrnehmbaren Ebene offen für eine kollektive osmotische Absorption von deren Prophetien sind, soweit sich die Ziele der Soldaten, der gemeinsame Triumph über ihre Feinde, gleichen und ihre Entscheidungen als Ganzes zu den Prophezeiungen passen, die in den Schriftrollen vorhergesagt werden. Indem sich so eine Armee mit einer Schriftrolle vom Verlauf der Geschichte treiben lässt, so ist es durchaus wahrscheinlicher, dass ihre Entscheidungen zur Wahrscheinlichkeit der Ereignisse passen, was am Ende zu einer höheren Zahl an Siegen führt.“

„Nachdem das gesagt ist: Die Berechnungen von Bruder Euclidius basierten auf einer recht kleinen Anzahl statistischer Werte, weshalb es voreilig wäre, dies bereits als bewiesen zu betrachten. Der gute Bruder denkt, dass er mit ausreichend Informationen – sagen wir dreißig oder vierzig weitere Jahre Krieg – in der Lage sein sollte, recht zuverlässige Schlussfolgerungen zu treffen. Ich kann nicht sagen, dass ich hoffe, der Krieg dauert lange genug, um ihn diese Informationen zu liefern. Aber wahrscheinlich bin ich selbstsüchtig.“

„Mottenschwester Arminus, man sagt, die Schriftrollen der Alten können den Schleier der Zeit durchstoßen, da sie die Prophezeiung jedes größeren Ereignisses auf Nirn beinhalten. Soweit mir bekannt ist, muss es auch einen Helden geben, der jeweils für diese Ereignisse sorgt. Daher frage ich mich, ob jemand wie Ihr, der die Schriftrollen studiert hat, weiß, ob dieser Held – oder seine Seele – an die Schriftrollen der Alten gebunden ist? Ist dieser Held so beständig wie die Ereignisse und die vorhergesagten Prophezeiungen der Schriftrollen?“ – Von Alessandra von Cyrodiil

Schwester Terran Arminus sagt: „Auch wenn die großen Ereignisse der Geschichte die meiste Aufmerksamkeit erhalten, so sollte man nicht denken, die Schriftrollen würden ausschließlich Taten von bleibender Bedeutsamkeit erwähnen. Die Schriftrollen der Alten sind durch die Fäden der Zeit an die Windungen und Querfäden von ganz Mundus gebunden. Jeder Seele, ob nun ‚groß‘ oder nicht, kommt ein Platz darin zu. Viele sprechen von ‚Helden‘, als wären diese schon bedeutsam geboren und ihr Schicksal und ihre Rolle in der Geschichte wären ihnen auferlegt. Aber ist das so? Eine sorgfältige Studie der Schriftrollen lässt mich glauben, dass kein Sterblicher ‚bedeutsam geboren‘ wird, aber dass eine ebensolche Person durch Entscheidungen und Taten, denen sich andere Sterbliche verwehren, zu einem Helden werden kann. Die Schriftrollenwählen solche Individuen nicht aus, aber sie zeichnen ihre Taten auf und geben diese zusammen mit den durch sie erbrachten Unterschiede weiter.“

„Für die Obhut von Mottenschwester Terran Arminus:
Ich habe gehört, dass sich die Schriftrollen der Alten von alleine bewegen können. Inwiefern sind sie sich ihres Umfelds bewusst? Respektvolle Grüße, Rohais von Auridon“

Schwester Terran Arminus sagt: „Auch wenn wir im Orden den Schriftrollen gelegentlich und scherzhaft Persönlichkeit zuschreiben, so ist es dennoch ein Fehler, sie wie Katzen zu betrachten. So wie ich es in meinen ersten Tagen im Orden als Schriftenesel unter Bibliothekar Strombus erfahren habe, muss man eine Schriftrolle der Alten noch immer zum Priester bringen, wenn er diese lesen möchte.“

„Seid gegrüßt, Schwester Terran! Ich habe schon seit Jahrhunderten nicht mehr mit einem Mitglied Eures Ordens gesprochen. Zumindest nicht mehr seit diesem Zwischenfall mit dem … öh … wie auch immer, das war wahrscheinlich ohnehin vor Eurer Zeit, meine Liebe. Meinte heutige Frage für Euch befasst sich mit den merkwürdigen Glyphen, die die Schriftrollen der Alten gleichsam und doch anders als magische Symbole säumen. Diese esoterischen Zeichen scheinen in einem Augenblick mit den Sternbildern übereinzustimmen, dann wieder mit den Planeten und ihren Bewegungen, vielleicht auch mit den daedrischen Fürsten oder – wohl am merkwürdigsten – mit allen diesen Dingen gleichzeitig! Wie wir beide wissen, haben diese Glyphen eine gewisse Angewohnheit, herumzuschwirren, zu verschwinden oder sich von ganz alleine neu anzuordnen, was das bloße Entziffern und bessere Verstehen zu einer sehr schweren Aufgabe macht. Könnt Ihr mir hierzu irgendwelche Einblicke oder gar ein Verständnis dieser unwissbaren Sprache vermitteln, Schwester?“ – Von Eis Vuur Warden, freischaffender Gelehrter

Schwester Terran Arminus sagt: „Eure Beschreibung der fremdartigen und sogar sich vermischenden Runen und Alphabete, aus denen der Text einer Schriftrolle der Alten besteht, ist genau, wenn auch nur auf Basis eines Anfängers oder Novizen. Je mehr sich ein Priester der Ahnenmotte auf eine Schriftrolle einlässt, umso leserlicher wird diese, selbst wenn unsere Sicht versagt und die Zeichen immer schwerer zu entziffern sind. In der Tat ist es so, dass die Symbole und Zeichen im Text einer Schriftrolle nach und nach den Charakter der Sprache annehmen, mit der der Leser am meisten vertraut ist. Dies macht den Verfall unserer Sicht noch trauriger, da sich der Verlust der Fähigkeit des Lesens der Schriftrolle wie der Tod eines guten Freundes anfühlt.“

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