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Aus dem Archiv der Gelehrten: Eine abscheuliche Zivilisation

Im Rahmen der Elder Scrolls Online Serie Aus dem Archiv der Gelehrten gibt es einen neuen Blog-Artikel zum Thema Eine abscheuliche Zivilisation. Folgend findet Ihr weitere Informationen dazu.

Archiv der Gelehrten – Eine abscheuliche Zivilisation

Auch dieses mal ist die Ausgabe von Archiv der Gelehrten in zwei verschiedene Abschnitte eingeteilt. So gibt es zuerst wieder ein bisschen Geschichte und im Anschluss werden einige Fragen aus der Community beantwortet.

TESO MitarbeiterZenimax on Aus dem Archiv der Gelehrten (Quelle)

EINE ABSCHEULICHE ZIVILISATION

Von Telenger dem Artefaktor

Eine äußerst unerwartete Kuriosität hat es in meine Sammlung geschafft, nachdem sie inmitten einer bezwungenen Flotte der Maormer geborgen wurde. Ich kann nicht einmal darüber spekulieren, warum sich dieser Text auf einem der Schiffe befand, aber es scheint sich dabei um das Tagebuch eines Diplomaten zu handeln, der nach Thras geschickt wurde und es irgendwann vor 1Ä 2260 verfasst hat. Auch wenn es beschädigt ist, so ist die Beschreibung der Krecken, soweit sie noch lesbar ist, faszinierend – wenn man davon ausgeht, dass es sich hierbei nicht um irgendwelche Fantasien oder um eine Fälschung handelt. Sofern die Sache legitim ist, ist es ein bemerkenswerter Fund, denn die Krecken verabscheuten es, mit den Völkern Tamriels auch nur zu verhandeln.

Wir wissen, dass das Schneckenvolk von Thras abscheuliche Nekromantie betrieb, aber ihre Umtriebe mit dieser widerwärtigen Kunst könnten weitaus umfassender gewesen sein, als wir bisher angenommen haben, wenn dieser Text authentisch ist. Der Autor bringt wiederholt seine Abscheu gegenüber der Interaktion mit wiederbelebten Sklaven zu Papier. Es scheint als hätten die Krecken verschiedene Meereskreaturen – Schildkröten, Krabben und dergleichen – erschlagen und wiederbelebt, um sie als Haustiere zu halten. Aber seine Abneigung beschränkte sich nicht nur darauf, denn er klagte auch über den ekelhaften Gestank der Krecken, mehrere Zentimeter Schleim und Wasser auf allen Böden der Häuser, die an Land errichtet wurden, und die verschiedenen Formen von Pilzen und Schimmelkulturen, die zum Essen serviert werden.

Auch umfassende Opferriten werden erwähnt, die ich, in Anbetracht ihrer Abneigung gegenüber Kulten, als äußerst ungewöhnlich erachte. Die Krecken gingen eindeutig Bande mit den Daedra ein, wenn es ihnen zugutekam, aber die hier beschriebenen Zeremonien passen nicht zu sonst typischen daedrischen Opferungen. Es kann sein, dass sie Jahre damit verbracht haben, Individuen heranzuziehen, die die Taten mythologischer Helden und Bösewichte der Krecken nachspielen, wobei diese Vorstellung (die möglicherweise Wochen andauerte) mit dem Tod aller Schauspieler durch die Anwendung von „Trockenkristallen“ auf deren Körper ihren Höhepunkt fand. Ist es ein Ahnenkult? Unbekannte Gottheiten? Die Bewahrung uralter Magie? Es ist unmöglich zu deuten.

Noch verblüffender ist ein stark in Mitleidenschaft gezogener Eintrag zu einer Diskussion im Rahmen einer Audienz im versunkenen Turm eines „alten Geblähten“. Ich kann mir aus dem Zwiegespräch nur wenig zusammenreimen, aber es ist die Rede von einem „beeindruckend korpulenten Körper und einem fremdartig pulsierenden Kopf“ und drei Augen, die auf seinem Bauch hervortraten und „sich erneut als zahnloses Maul öffneten, die [unleserlich] auswarfen, was von den Anwesenden gierig verschlungen wurde“. Dies ist möglicherweise der erste Einblick in die kulturelle Führungsriege der Krecken, der sich mir bietet.

Es hat mir schon endlose Stunden der Frustration bereitet, dass die Einträge, welche einen Besuch in der „Menagerie der Erhabenen Infektion“ chronologisch erfassen, so gut wie unlesbar sind. Abgesehen von diesem Namen lässt sich in diesem Abschnitt kaum etwas entziffern, abgesehen von einigen beunruhigenden Worten, die alle Arten von Leiden beschreiben, begonnen bei „eiternden Drüsen“ und „Blutfäule“ bis hin zu „schwärender Myiasis“. Vieles über die Thrassische Pest verbleibt ein Mysterium – eines, das man wohl besser als solches belässt. Ich kann allerdings nicht leugnen, dass es mich interessiert, wie und warum diese hier beschriebene groteske Faszination mit Seuchen zustande kam.

Nachdem ich nun meine eigenen, ersten Stellungnahmen zu diesem Text dokumentiert habe, muss ich ihn an meine Kollegen nach Alinor schicken, wo hoffentlich dessen Authentizität bestätigt werden kann. Ganz gleich, ob man am Ende einen Nutzen daraus ziehen kann oder nicht, zumindest könnte dies unser Verständnis von diesem schrecklichen Feind aller Völker Tamriels verbessern, sollte das Unwahrscheinliche eintreten und eine solche Bedrohung erneut zutage treten. Falls irgendein Teil davon eindeutige Fakten darstellt, dann sollten wir besser zu Auriel beten, dass dies nie der Fall sein wird.

TELENGER DER ARTEFAKTOR BEANTWORTET EURE FRAGEN:

„Ich habe zwei Fragen. Zunächst: Wie stellt sich die Beziehung zwischen den Schröten und den Maormer dar? Sie scheinen mir das einzige Volk, das häufig auf sie trifft. Und außerdem: Haben sie irgendeine Verbindung zum Aufstieg des Wurmkults auf dem Festland? Vielen Dank für Eure Weisheiten und möge Mauloch Euren Stab leiten und Euren Weg erleuchten.“ – Von Urgazul gro-Brashnuk, Historiker und Bewahrer der Schmiedegeheimnisse aus Orsinium

Telenger der Artefaktor sagt: „Willkommen, Mitgelehrter! Soweit wir auf Sommersend behaupten können – und wir haben mehr Erfahrung mit den Krecken als alle anderen Völker –, sind die Krecken allen anderen sterblichen Völkern gegenüber feindlich gesonnen. Auch die abfällige Bezeichnung als Schnöten ändert dies nicht. Auch wenn es einige Beweise für einen diplomatischen Austausch zwischen den Krecken und den Maormer gibt – mehr dazu in ‚Eine abscheuliche Zivilisation‘ –, existieren dennoch auch zahlreiche Berichte über Konflikte zwischen den Schneckenmenschen und den Meereselfen. Das ist keine Überraschung, denn die Meereselfen und die Krecken befinden sich mit allen anderen sterblichen Völkern im Krieg. Der Missstand der Maormer scheint der zu sein, dass sie nur Pyandonea für sich haben. Ein trauriger und sumpfiger Archipel stinkender Inselchen. Warum die Krecken so streitlustig gegenüber allen anderen sind, ist nicht bekannt.“

„Zu Eurer zweiten Frage: Ich habe von Spekulationen über eine mögliche Entente zwischen den Krecken und dem selbsternannten König der Würmer gehört, aber Fakten? Vielleicht weiß jemand in Cyrodiil mehr darüber, ich jedenfalls nicht. Ich schätze, die Augen der Königin könnten etwas darüber wissen, aber falls dem so wäre, so haben sie es mir nicht gesagt. Und warum sollten sie es?“

„Vielgeschätzter Artefaktor, das grausige Schicksal von Bendu Olos verschollenen Expeditionsmitgliedern hat sich kürzlich in den Tiefen Kalthafens offenbart. War dieser Korallenturm, auf den die Flotte aller Flaggen stieß, ähnlich wie die anderen Türme Nirns oder war er einfach nur eine daedrische Perversion?“ – Von Legoless, Doyen der vereinten Erkunder schreiberlicher Vorgehen

Telenger der Artefaktor sagt: „Da der Korallenturm längst zerstört wurde, können wir bestenfalls fundierte Mutmaßungen anstellen. Auf ihre ganz eigene pervertierte Weise sind die Krecken sehr fähige Zauberer und laut aller Quellen diente der Korallenturm sowohl als Fokus als auch als Emitter für mystische Macht. Ich bin kein Gelehrter über die Türme – meine Interessen umfassen eher die Praxis – aber dies deckt sich so ziemlich mit dem, was die Mythohistoriker bezüglich Sinn und Zweck der so genannten Türme von Nirn behaupten. War der Korallenturm ein ‚richtiger‘ Turm, wie der Rechtskristall hier auf Alinor, oder war er eine fehlgeschlagene Imitation wie die Unheilsspitze? Ich denke, wir können das mit unserem beschränkten Wissen nicht beantworten.“

„Oh, wertester Artefaktor, ich möchte fragen, ob Ihr Wissen über die Präsenz der Krecken in Schwarzmarsch besitzt (auch wenn es eher dürftig ausfallen sollte). Wann wurden sie hier zum ersten Mal gesehen? Könnten sie noch heute in den Sümpfen lauern? Haben die Argonier irgendeine Beziehung zu den Krecken?“ – Von TheHumanFloyd

Telenger der Artefaktor sagt: „Die Krecken? In Schwarzmarsch? Ihr überrascht mich, TheHumanFloyd – darf ich Euch fragen, welche Quellen Ihr für diese interessante Behauptung bieten könnt? Sollte es wahr sein, dann müssten bestimmte Berater der Königin in Fragen der Sicherheit sofort benachrichtigt werden!“

„Auf meinen Reisen habe ich über die Säule von Thras gehört. Ist es wahr, dass die Krecken dort Opferriten durchführen? Wenn ja, was sind ihre Motive? Und ist es wahr, dass einige ihrer Opfer verschwinden, noch bevor sie den Boden berühren? Was passiert mit ihnen? Oh, und noch nebenbei: Wie wird Kreckenseife hergestellt? Ich habe Gerüchte über eine ganze Fertigungsstätte in Hochfels gehört, die sich einzig auf die Produktion durch das Zerquetschen von Kreckenlarven spezialisiert hat!“ – Bertille Montrose, bretonischer Buchhändler und Laiengelehrter

Telenger der Artefaktor sagt: „So viele Fragen! Ihr Bretonen wirkt uns gegenüber immer so hektisch, um so viel wie möglich in eure kurzen Leben zu packen. Aber ich schätze, das ist verständlich.

Wie dem auch sei, zu Euren Fragen: Die Säule von Thras? Bezieht Ihr Euch auf den eingestürzten Korallenturm, der zur Zeit der Flotte aller Flaggen versank, oder irgendein neueres Bauwerk? Falls es sich um ein neues Konstrukt handelt, dann würde das zu einigen Gerüchten passen, die mir zu Ohren kamen. Die Krecken hätten die Absicht, ihren Turm neu zu errichten, und sie könnten damit bereits begonnen haben. Die Thrassier verfügen über mächtige Magie. Sie beschränken sich natürlich nicht nur auf die Nekromantie und Portalzauber, aber sie können auch den Korallen, in denen sie leben, befehlen. Dies ähnelt der Zwiesprache der Waldelfen mit den Pflanzen von Valenwald. Könnten sie die Korallen dazu bringen, aus dem Perlenmeer hervorzuschießen, sich in den Himmel zu erheben und ihren Turm neu hervorbringen? Dies verlangt nach weiteren Nachforschungen. Vielleicht könnte der Sapiarch der Schriften …

Aber genug Spekulationen! Zu einem Thema, bei dem ich mir im Gegensatz sicher bin: Kreckenseife! Es gibt zahlreiche Missverständnisse über den Ursprung der Kreckenseife und ich nutze gerne diese Gelegenheit, diese auszuräumen. Zunächst einmal sollten wir die metamorphische Biologie der Krecken betrachten. Sie beginnen ihr Leben im Thrassischen Atoll als, in den Worten von Admiral Bendu Olo, abscheuliche kleine unförmige Larven‘. Sie lösen sich von ihren gleichgültigen Eltern und winden sich irgendwie bis ins Meer, wo sie eine Mutation durchmachen und mehr oder weniger zu Kopffüßlern werden, die auch als ‚Kaulquappler‘ bekannt sind. Aufgrund ihrer Korpulenz verbringen ausgewachsene Krecken einen Großteil ihrer Zeit in den seichten Lagunen ihrer Atolle, wo sie sich inmitten der Kaulquappler suhlen. Die Larven, die sich als zu langsam erweisen, den Pseudopoden ihrer Eltern auszuweichen, werden gefangen und abgeerntet. So überleben nur die Starken und es ergibt sich gleichzeitig das Rohmaterial für die Kreckenseife.

Gefangene Kaulquappler werden in einen stets blubbernden Kessel geworfen, wo sie sich nach und nach zu einer schleimigen Brühe auflösen. Diese Brühe wird mit verschiedenen alchemistischen Materialien vermengt, die nur die Krecken kennen. Danach wird sie in Formen gefüllt, in denen sie auskühlt. Ausgehärtet werden die Blöcke herausgebrochen und zur Konservierung in den Eingeweiden von Vettelfischen eingehüllt.

Man glaubt, dass die Krecken diese Seife als die Hauptkomponente ihrer nekromantischen Rituale verwenden. Ich bin kein Experte der Nekromantie, aber offenbar kann man die Magie des Untodes umfassend verstärken, indem man eine emulsierte Reagenz verwendet, die aus den eigenen Abkömmlingen zusammengebraut wurde. Kreckenseife ist außerhalb von Thras äußerst selten. Wenn man sie findet, dann erzielt sie Höchstpreise bei Alchemisten, die deren Eigenschaften vor allem für die Zubereitung von erquickenden Tränken schätzen und sie in seltensten Fällen für die Manipulation von Persönlichkeiten einsetzen. Alianora die Rote, unsere Sapiarchin der Alchemie, sagt, dass Kreckenseife außerhalb von Thras nie wirklich gründlich analysiert wurde und sie könnte noch weitere unentdeckte alchemistische Eigenschaften aufweisen. Darüber hinaus gibt sie ein herausragendes Reinigungsmittel ab. Sie ist so gründlich und dennoch sanft zur Haut, wodurch sich diese gleich wesentlich jünger und erfrischt anfühlt.“

„Erstens: Ich möchte meinen Folianten über die Wetzzähne zurück, Telenger. Zweitens: Mehrere Gelehrte haben angedeutet, dass die Thrassische Pest übernatürlichen Ursprungs war und das Ergebnis eines Bands zwischen Namira, der Fürstin der Fäulnis, und Peryite, dem Fürsten der Pestilenz war. Haltet Ihr persönlich diese Behauptungen für glaubwürdig, alter Freund?“ – Eis Vuur, Hüter und freischaffender Gelehrter

Telenger der Artefaktor sagt: „Eis Vuur! Natürlich, ich werde das Buch sofort holen, sobald ich wieder zurück in meinem Labor bin, und es Euch dann per Schwarzpferdkurier zukommen lassen. Ich brauche vorher nur ein anderes Objekt in der richtigen Größe, um … äh … meinen lillandrilischen Kalzinator abzustützen. (Ähm.)

Die Thrassische Pest, Geißel der Ersten Ära, war dem gewöhnlichen Volk als die „Schneckenplage“ bekannt, da die sich windenden Kopffüßler, welche die fleischfressende Seuche verbreiteten, nicht nur Bewohner, sondern auch deren Tierbestand und auch Wildtiere infizierten. Es ist ganz verständlich, dass man die Pest mit Namira oder Peryite in Verbindung bringen möchte, da die Sphäre der Geisterdaedra Schleim und Schnecken umfasst und dem Zuchtmeister Seuchen und Verderbnis zugeschrieben werden. Es ist wohlbekannt, dass die Krecken mit den Fürsten in Verbindung stehen, weshalb eine Verstrickung von Namira oder Peryite recht glaubwürdig erscheint. Allerdings gibt es auch noch die These der pestilenten Nachkommen vom verwerflichen Divayth Fyr, die postuliert, dass die ansteckenden Schnecken, die über Tamriel herfielen, mutierte Versionen der kindlichen Kreckenlarven waren. Da die Pest allerdings durch Syrabann ausgelöscht wurde, haben wir keine verbleibenden Proben, um zu überprüfen, welche dieser Hypothesen der Wahrheit entspricht. Und natürlich schließen diese Theorien sich nicht gänzlich gegenseitig aus. Es könnte durchaus sein, dass sich die Wahrheit irgendwo dazwischen befindet. Nur die Krecken wissen es mit Sicherheit. Nun, Eis Vuur, vielleicht könntet Ihr auf Euren freischaffenden und peripatetischen Reisen einen kleinen Halt auf Thras einlegen und sie fragen!“

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