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Aus dem Archiv der Gelehrten – Abhandlung über Werwölfe

Zenimax hat eine eine weitere Ausgabe der Serie mit dem Namen Aus dem Archiv der Gelehrten veröffentlicht. Dieses mal dreht sich alles um die Mysterien der Werwölfe in The Elder Scrolls Online.

Aus dem Archiv der Gelehrten – Abhandlung über Werwölfe

Heute befassen wir uns etwas näher mit dem Thema der Werwölfe – mit etwas Hilfe von Weise Svari. Sie präsentiert ein neues Buch über diese Kreaturen und hat sich die Zeit genommen, einige eurer Fragen zu beantworten.

TESO MitarbeiterZenimax on Archiv der Gelehrten (Quelle)

Eine Abhandlung über Werwölfe

Von Weise Svari der Fahlsteinhalle

Als Skaldin der Gefährten habe ich die Lieder der Heimkehr auswendig gelernt. Aber jetzt, als Weise der Fahlsteinhalle, muss ich mehr tun, als mir nur Dinge zu merken. Es fällt mir zu, die Taten und den Ruhm der Gefährten festzuhalten, unsere Namen weiterzugeben und um Ysgramors Weisheit zu bitten, um die Neuen in unseren Reihen zu führen.

Es hat mich überrascht, dass es einige Themen gibt, die unsere Folianten nur kurz umreißen oder wo deren Inhalte völlig veraltet sind. Ich werde als Teil meiner ersten ehrenwerten Aufgabe mein Bestes geben, um diese Lücken zu füllen. Ich möchte zunächst Eine Abhandlung über Werwölfe ergänzen, eine von Weise Tirora – meiner Vorgängerin – verfasste Referenz über diese Bedrohung, der sich die Gefährten häufig gegenüber sehen.

Wir haben in letzter Zeit mehr Aufträge angenommen, die mit Werwölfen zu tun hatten, als ich es je zuvor erlebt habe, und unser aufgezeichnetes Wissen über sie ist mehr als dürftig. Ich habe mit Nord von Windhelm bis nach Ivarstatt gesprochen und sie sind sich alle einig, dass die Kulte von Hircine (und damit auch die Werwölfe, seine Kinder) in ganz Himmelsrand auf dem Vormarsch sind. Ich habe sogar gehört, dass wohl einige Verrückte vorsätzlich ausziehen, um sich mit dem Fluch der Lykanthropie anzustecken!

Ich denke nicht, dass ich irgendjemanden an das Böse der daedrischen Fürsten erinnern muss, insbesondere Nord – selbst wenn diese das Vergnügen der Jagd für sich beanspruchen. Es mag einige geben, die sich zur wilden Kraft der Werwölfe hingezogen fühlen, aber man erinnert sich dann besser daran, dass man nie die Hallen von Sovngarde erblicken wird, wenn Hircine Anspruch auf die eigene Seele erhebt. Lykanthropen verbringen die Ewigkeit in Hircines Jagdgründen als Sklaven seines niemals endenden Durstes nach Blut und der Jagd anstatt Met zu trinken und sich mit den Helden der Legenden Zweikämpfe zu liefern.

Ysgramor hat uns gelehrt, unsere Feinde über deren Blut an unseren Händen kennenzulernen und unsere vom Sieg kündenden Runen auf den Leichen, die wir zurücklassen, zu hinterlassen. Unsere Krieger haben sich vielen Werwölfen gestellt und auch wenn ich gerade keinen Leichnam zur Hand habe (und weil diese sich in unserer ziemlich angenehmen Bibliothek nicht so gut machen würden), werde ich deren Wissen eben hier festhalten:

Thonarcal Eisfaust erinnert sich an seinen Ekel: „Ich habe gesehen, wie sich einer vor meinen Augen verwandelt hat, und mir gefror das Blut in meinen Adern. Er hat mich voll erwischt, so erstarrt war ich von diesem verzerrten Anblick. Passt bloß auf, wenn euer Gegner noch nicht seine Furcht einflößende Bestiengestalt angenommen hat.“

Irmgarde der Durchgetretene weiß von einem Geheimnis der Bestien: „Habt immer eine vergiftete Klinge oder behandelte Pfeilspitzen zur Hand, wenn Ihr sie jagt. Selbst wenn die Gifte scheinbar nicht stark genug sind, um diesen Monstern spürbar zuzusetzen.“

Hallveig Götterhass hat eine Geschichte über ihre Haut gelesen: „Mir scheint, als würde ihr Fell mehr über sie verraten. Die mit dunklem Fell sind schneller und ihre Krallen haben Widerhaken, mit denen sie einen zerfleischen. Ab und zu sieht man auch einen Weißen. Die sind meistens von einem Rudel umgeben, das heult und sie so in einen richtigen Blutrausch versetzt.“

Agdis Bärenblut betet zu den Göttlichen: „Lasst Euch von ihnen nicht beißen oder aufschlitzen. Falls doch, dann sucht besser sofort einen Priester auf. Man kann die Seuche heilen, aber riskiert bloß nicht, sie in Euer Blut zu bekommen.“

Weise Svari beantwortet eure Fragen:

Es ist viel darüber bekannt, wie sich sowohl Lykanthropie als auch Vampirismus verbreiten, aber die Geschichten über Molag Bals Schöpfung der ersten Vampire ist so grauenhaft und entsetzlich wie der Gott der Intrigen selbst. Und doch trocknet mir die Verärgerung darüber, nie Aufzeichnungen der Legenden über den Ursprung der Werwölfe gefunden zu haben, die Schuppen aus. Also frage ich Euch, habt Ihr von arkanem Wissen oder uralten Legenden erfahren, die mehr über die Geburt von Hircines ersten Werwölfen offenbaren? – Von Rasheel von Mondmark, Gelehrter, Erkunder, Abenteurer

Svari sagt: „Meine Forschungen hierzu sind noch nicht abgeschlossen, doch bis heute habe ich noch keinen eindeutigen Beleg über den Ursprung der Werwölfe gefunden. Es besteht aber kein Zweifel daran, dass Fürst Hircine daran zumindest beteiligt war – wenn nicht sogar federführend. Diese Lücke ist nicht wirklich überraschend, denn der Fluch (oder die Gabe, wie einige es nennen) der Lykanthropie ist schon seit der frühen Merethischen Ära in Tamriel bekannt. Es gibt keine schriftlichen Aufzeichnungen aus dieser Zeit, denn dies war noch bevor Ysgramor der Menschheit das Schreiben lehrte. Aber ich hege weiterhin die Hoffnung, spätere Aufzeichnungen von mündlichen Überlieferungen zu finden.“

Im Noxiphile Sanguivorie steht geschrieben, „Eine der wilderen Theorien besagt, dass diese Liebe für Mondlicht, die man sonst nur bei Werwölfen findet, das Ergebnis eines geheimen Abkommens zwischen Hircine und Molag Bal ist.“ Das klingt sehr interessant. Könnt ihr die Ursprünge dieser Theorie näher erörtern? – Von Dylan Barnes

Svari sagt: „Trotz seines Namens, Cinna Scholasticus, gilt der Autor des fraglichen Buchs unter den meisten richtigen Gelehrten als selbstherrlicher und nach Aufmerksamkeit lechzender Horker. Trotzdem muss man sagen, dass sein Werk nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, denn vieles ist aus dem ‚Umfassender Index der Fluchgebrechen‘ von Doktor Zoorophim abgekupfert, insbesondere sein Kapitel über ansteckende Verderben. Allerdings trat das verdammte Abkommen zwischen Hircine und Molag Bal zum ersten Mal in einem fiktiven Werk auf, dem berüchtigten ‚Siebzehn Geschmäcker der Schande‘ aus der Porphyrkorenhalle. Daher muss man es als unverantwortliche Spekulation verzeichnen.“

Was ist der Unterschied zwischen Sanies Lupinus und Canis Hysteria? Canis Hysteria wurde im Kaiserlichen Reiseführer aus der Imperial Edition von ESO erwähnt: „Doch anderen Mythen zufolge hüten diese finsteren Frauen des Waldes [die Hexen von Glenmoril] eifersüchtig die Geheimnisse der porphyrischen Hämophilie und der Canis Hysteria.“ Wenn er sich auf Canis Hysteria als Spezies bezieht, warum würde man diese dann in einem Atemzug mit der Vampirseuche erwähnen? Wäre Canis Hysteria nicht ebenfalls eine Seuche? – Von Kinetiks

Svari sagt: „Die Bezeichnungen ‚Sanies Lupinus‘ und ‚Canis Hysteria‘ können als gleichbedeutend angesehen werden, auch wenn Ersteres geläufiger ist, zumindest hier in Himmelsrand.“

Weiterführende Literatur:

Die Legende der Ungnadgrotte

Vor langer Zeit lebte in Bangkorai ein Mann mit sieben Söhnen und sieben Töchtern. Ihr Zuhause war eine tiefe und verwinkelte Höhle am Waldrand.

Der umliegende Wald war voll von Kreaturen aller Art: Bären, Wölfe, Dachse und Hirsche. Obwohl seine Familie groß war, litt sie nie Hunger, denn die Tiere waren zahlreich und leichte Beute.

„Wir müssen Hircine für seinen Segen danken“, sagte der Mann.

Und der Mann betete zu Hircine, und er erbaute dem Gott der Jagd einen Schrein. Er bemalte die Wände der Höhle mit Pigmenten, die er aus Tierfett und Erde mischte. Aus den Geweihen der Hirsche, die seine Kinder töteten, baute er einen Altar, und seine Frau stellte aus den Fellen Lederteppiche her, mit denen sie den irdenen Boden bedeckte.

Als der Schrein fertiggestellt war, zündeten der Mann und seine Familie Talgkerzen an, und sie brieten einen Ochsen, dessen Blut sie auf den Altar gossen, während sie beteten.

Plötzlich hörten sie ein Lachen, und vor ihnen stand Hircine selbst, der vom Todesgebrüll des Ochsen und dem Geruch seines brutzelnden Fleischs angelockt worden war.

„Gut gemacht!“, rief Hircine und kam auf sie zu. Er war in mehrere Schichten Felle gekleidet, doch seine Füße waren nackt.

„Ich bin Euer getreuer Diener“, sagte der Mann, der sich vor seinem Gott in den Staub warf.

„Beweist Eure Treue“, sagte Hircine, „und schickt Eure sieben Söhne und sieben Töchter los. Ich werde sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang jagen, bis ich gesättigt bin.“

Der Mann wich entsetzt zurück. „Das kann ich nicht tun!“, sagte er. „Ihr könnt alles haben, aber nehmt mir nicht meine Kinder!“

Hircines Augen wurden zu Schlitzen, als er seine Hand zur Höhlendecke erhob. Dann zeigte er mit der anderen Hand auf den Boden. Hircine schrie auf, und die Wände stürzten ein und zerstörten den Schrein und das Zuhause des Mannes.

Als der Staub wie der Rauch einer Opfergabe nach oben stieg, erhoben sich sechzehn Waldtrolle unsicher aus dem Schutt und stolperten aus der Grotte in den Wald.

„Ihr wart nicht würdig, Tiere zu werden“, sprach Hircine kühl, „aber ich werde euch dennoch jagen.“

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